Hirnorganoide = Minigehirne?
Herstellung, Eigenschaften, Anwendung und ethische Überlegungen, Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 61.1
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Zusatztext
Hirnorganoide ermöglichen einen bislang unerreichten Zugang zu dreidimensional strukturiertem menschlichem Nervengewebe und bieten die Möglichkeit, die Entwicklung des menschlichen Gehirns auf zellulärer und molekularer Ebene detailliert zu analysieren. Ursprünglich wurden Hirnorganoide aus menschlichen pluripotenten Stammzellen generiert, die nach einer in vitro-Fertilisation aus der inneren Zellmasse von Blastozysten isoliert wurden. Diese Methode stößt in einigen gesellschaftlichen Kontexten aufgrund ethischer Bedenken auf erhebliche Kontroversen. Durch bahnbrechende biotechnologische Fortschritte in den 2000er Jahren wurde die Reprogrammierung ausgereifter Körperzellen, wie Hautzellen, zu pluripotenten Stammzellen ermöglicht. Diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) erlauben die Generierung von Hirnorganoiden ohne den Einsatz von befruchteten Eizellen. Hirnorganoide, die aus iPS-Zellen von Patienten mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen oder bekannten genetischen Defekten hergestellt werden, eröffnen neue Möglichkeiten zur Erforschung und potenziellen Behandlung krankheitsspezifischer Ursachen. Gleichzeitig erfordert die Forschung an menschlichen pluripotenten Stammzellen und deren Derivaten eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den damit verbundenen ethischen und rechtlichen Fragestellungen.
Weitere Details
Erschienen: 22.04.2025
Umfang: 36 S., 12 farbige Illustr., 12 Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
ISBN/EAN: 9783515139601
Umbreit-Nr.: 6178124
