Ein Netzwerk im Krieg
Moritz Tramer und die 'Zeitschrift fur Kinderpsychiatrie' 1934-1963
Katrin Luchsinger/Stefanie Mahrer
€38.00
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug
Zusatztext
Der Psychiater Moritz Tramer (1882-1963) war ein Pionier der Kinderpsychiatrie. Das neue Fachgebiet ruckte Kinder erstmals ins Zentrum wissenschaftlichen Interesses. 1934 grundete Tramer die 'Zeitschrift fur Kinderpsychiatrie', deren Chefredaktor er bis 1963 blieb. Sie wurde in den Kriegsjahren ein Ort internationaler Vernetzung, der auch judischen Forscher:innen im Exil eine Plattform bot. Trotz ihrer pionierhaften Leistung erfuhren Moritz Tramer und seine Frau, die Psychologin und Pazifistin Franziska Baumgarten, nicht die erwunschte Anerkennung und sind bis heute erstaunlich unbekannt. Beide waren judisch und fur ihr Studium aus Osteuropa nach Zurich gekommen. Kinderpsychiatrie war ein neues und kontroverses Feld, das Eltern und Schule mit einbezog, aber auch in Familienstrukturen eingriff. Ausgehend von Überlegungen zur 'Volksgesundheit' engagierte sich Tramer in eugenischer Propaganda. 1937 grundete er aus der Überzeugung, dass Kinder nicht in die Erwachsenenpsychiatrie gehörten, die Kinderbeobachtungsstation 'Gotthelfhaus' in Biberist, die internationale Beachtung fand. Die von Tramer gegrundete 'Zeitschrift fur Kinderpsychiatrie' war interdisziplinär; es wurden auch Beiträge aus der Psychologie, Psychoanalyse, Psychohygiene und (Heil-)Pädagogik abgedruckt. Eine besondere Bedeutung kam den Kinderzeichnungen zu, die als eine Sprache verstanden wurden, die Kindern zur Verfugung stand, und zugleich als ein Schema, nach dem sie taxiert werden konnten.
Weitere Details
Erschienen: 30.06.2026
Umfang: 300 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783034018449
Umbreit-Nr.: 8866618
