Die Unterwerfung der Zeichen
Zur Konstitution von Herrschaftsrecht durch das Krönungszeremoniell im späten Mittelalter am Beispiel der Krönung in den Königreichen Aragon und Frankreich, Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen 38
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Zusatztext
Die Studie begreift die Königskrönung als mediale Anordnung, in der Recht sichtbar gemacht werden kann, und versucht, das Verhältnis zwischen Recht und Ritual neu zu bestimmen. Dabei nimmt sie die Krönungen in den Königreichen Aragon-Katalonien und Frankreich im 14. Jahrhundert in den Blick. In beiden Reichen wurden zu dieser Zeit die Krönungsordines in neu gestalteten und teilweise reich illustrierten Codices abgefasst und damit gleichsam kodifiziert. Damit wurden nicht nur die Texte mit den 'Regieanweisungen' für eine Krönung neu geordnet; es verschob sich auch die Bedeutung des Zeremoniells. Die Studie zeichnet nach, wie der Krönung eine im Rechtssinn herrschaftsbegründende Funktion zukommen konnte, das Krönungsgeschehen jedoch von den Akteuren an den Höfen zunehmend zu einer Bühne politischer Aussagen über das Gemeinwesen umgestaltet wurde. Normative Wirkungen konnte das Ereignis der Krönung nur noch durch das Bild entfalten, welches es von einem Herrscher entwarf, während sich die Regelung des Herrschaftsübergangs zunehmend auf autoritative Texte verlagerte.
Autorenportrait
Stefan Geyer ist Privatdozent an der Universität Zürich und Rechtsanwalt in Karlsruhe. Er war von 2006 bis 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am NCCR Mediality (Universität Zürich).
Weitere Details
Erschienen: 20.10.2020
Umfang: 432 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 3.5 x 22.5 x 15.5 cm
ISBN/EAN: 9783034014069
Umbreit-Nr.: 2408059
